Sorin

Sorin ist die Hauptstadt und somit Königsstadt des gleichnamigen, verarmten Reiches. Viele Teile der Stadt haben ihren einstigen Glanz verloren. Kaum noch etwas deutet darauf hin, dass Sorin vor mehr als 3.000 Jahren sogar einmal als Kaiserstadt angesehen wurde.

An den meisten Gebäuden nagt der Zahn der Zeit und kaum jemand kann es sich leisten, sein Haus zu renovieren. Es werden nur die nötigsten Dinge ausgebessert. Lediglich die nähere Region um den Königspalast ist noch sehr ansehnlich und somit eigentlich der schönste Teil Sorins. Der Palast selbst wirkt von außen noch recht intakt, ist aber kein Vergleich zu den restlichen Palästen des bukanischen Reiches.

Der größte Stolz der Soriner Bürger sind die beiden örtlichen Akademien. In der “Akademie der Körperheilung“ werden angehende Heiler und Heilerinnen unterrichtet, während in der “Akademie des ehrbaren Zweikampfes“ der Nachwuchs an Kriegern und Kriegerinnen ausgebildet wird.

Der Stadtpark Sorins ist ein wenig verwildert, weil sich kaum jemand vernünftig um ihn kümmert. Es gibt in ihm eine große Freilicht-Bühne, auf der ein jeder, der von sich der Meinung ist, er hätte etwas vorzutragen, diesem Drang nachgehen darf. So erlebt man dort hin und wieder Gaukler und Barden, Zauberkünstler und Feuerspucker sowie Dichter und Denker, die ihr Können und ihre Werke vortragen. Bei Nacht sollte man den Stadtpark unbedingt meiden, sofern einem Geldsäckchen, Unschuld oder das nackte Leben noch lieb ist. In der Nacht trifft sich dort all das tagscheue Gesindel, um dunklen Geschäften nachzugehen. Die hoffnungslos unterbesetzte Garde unternimmt nicht wirklich viel dagegen. Lediglich einmal pro Nacht macht ein Trupp, von 10 bis 15 Gardisten, einen Rundgang durch die Parkanlage. Natürlich ist dann alles ruhig und friedlich und die anwesenden “Nachtschwärmer“ grüßen unglaublich freundlich und höflich die schwer bewaffneten Hüter des Rechts (Jedem, dem diese Tatsachen bekannt sind, erklärt sich dadurch die in Sorin häufig gebrauchte Redensart: “Dann geht doch Nachts im Park spazieren!“. Dieser Spruch wird gerne von den ortsansässigen Händlern gebraucht, wenn man sich mit einem Kunden nicht über den Preis einigen kann.).

Natürlich hat auch Sorin andere Seiten: zahlreiche gemütliche, wenn auch zum größten Teil leicht heruntergekommene, Tavernen laden zum Plauschen und Trinken ein. Besonders der „Pfannstiel“ am Marktplatz ist jederzeit gut besucht, da man dort die besten Pfannengerichte (angeblich nach Rezepten aus aller Welt) erhalten kann.

Für einfache Reisende besonders zu empfehlen ist die Herberge „Nachtenruh“, die nicht nur sehr günstige Preise, sondern auch ausgesprochen Gemütlich und sicher ist.

Die Bürger Sorins neigen dazu, sich ihre Probleme schön zu reden. Mit Sätzen wie: „Es wird schon alles gut werden.“ und „Der junge Prinz wird es besser machen“, oder dem Klassiker „Alles wird gut.“, zeigen sie Hoffnung auf bessere Zeiten.

Tatsächlich stört es einige Bürger, dass König Boran seinen Sohn, den Thronfolger Prinz Aakin von Sorin in die Obhut einer südländischen Priesterin gegeben hat. Natürlich wird dies kaum jemand offen zugeben, aber hinter vorgehaltener Hand fragt sich so manch einer, was der König sich dabei gedacht hat und wie die restliche Priesterschaft darauf reagieren wird…