Freistadt Venzia

Obwohl Venzia im Königreich Kutaan liegt, steht die Stadt der Brücken und Kanäle unter einer eigenen Regierung. Anders als im restlichen bukanischen Reich wird Venzia nicht von Monarchen, sondern von hohen Handelsherren, den sogenannten Granden regiert.

Über die zahlreichen Kanäle von Venzia ziehen sich ebenso zahlreiche Brücken, was der Stadt den Beinamen „Stadt der 1.000 Brücken“ einbrachte. Tatsächlich sind es aber „nur“ etwa 200. Das schnellste Fortbewegungsmittel durch die Stadt sind Gondeln.

Sieben gewaltige Türme, welche die Wohn- und Regierungssitze der Granden darstellen, weisen schon aus weiter Ferne auf die Stadt hin. Brücken in schwindelerregender Höhe verbinden die Türme miteinander. Der höchste Turm ist der Sitz des Hoch-Granden, dem absoluten Herrscher über die Stadt. Das Wahrzeichen von Venzia ist der weiße Turm. Ein jedem Granden ist eine Farbe zugewiesen. Die entsprechenden Wappen sind immer in der Grandenfarbe, davor der weisse Turm.

Über 45.000 Bewohner zählt die Freistadt inzwischen, die von etwa 5.000 Soldaten bewacht werden. Im „Ritterhaus Schwert und Schild“ werden junge Menschen zu tapferen (und oftmals etwas blauäugigen) Kriegern ausgebildet, die sich dann fast alle die venzianischen Armee anschließen.

 

Die Venzianer sind ein Volk für sich. Eingebildet und Arrogant sollen sie sein, und in gewisser Hinsicht ist dies auch völlig richtig. Sie kleiden sich gerne in auffallend bunte und weite Gewänder, tragen gerne übertrieben pompöse Hüte und reden teilweise sehr vornehm daher. Immerhin, so die Meinung der Stadtbevölkerung, kommen sie ja auch aus Venzia, der Stadt, in der immer alles größer, besser und schöner ist als irgendwo sonst auf der Welt. Venzianer reden gerne sehr gebildet daher. Das hat zur Folge, dass sie des öfteren vornehme Wörter verwenden, deren Bedeutung sie selbst nicht verstehen oder die es gar nicht gibt. Die Bewohner des restlichen Mittelreiches werden von den Venzianern als „Mittelreicher“ oder „Kaiserliche“ bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind nicht so abfällig gemeint, wie sie sich anhören. Sie sollen nur auf ihre besondere Stellung als Freistädtler hinweisen.

Seit geraumer Zeit gilt der Degen als Zeichen von Stil und „Chicê“ unter den Herren von Venzia. Jeder, wirklich jeder, der was auf sich hält (und das tun in Venzia nun fast alle) trägt einen kunstvollen Degen an der Seite. Nicht, dass die meisten damit umzugehen wüssten. es ist einfach nur ein wunderschönes „Aquisar“ und Zeichen von Stil und „Chicê“. Nach langen Verhandlungen haben es die Venzianer sogar geschafft, das im Mittelreich geltende Waffengesetz für ihre Degen auszusetzen. (Hinweis: Der Satz „Ihr führt eure Waffen wie ein Venzianer seinen Degen!“, den Krieger gerne einmal ihren Gegnern zuwerfen, gilt daher als grobe Beleidigung.)

Spielen und Wetten ist eine weitere große Leidenschaft der Venzianer. Im „Haus der Spiele“ wurde schon so manches Vermögen gewonnen und auch wieder verloren. In der Arena finden regelmäßig die beliebten Gladiatoren – Kämpfe statt – allerdings nicht auf Leben und Tod.

 

Abgesehen von den eigenwilligen Einwohnern hat die Stadt einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten: zahlreiche Statuen vervollständigen das saubere Bild von Venzia.

Auf dem Zentralplatz (vor dem Turm des Hoch-Granden) gibt es eine Freilichtbühne, die Platz für knapp 4.000 Besucher bietet. Hier werden, vor allem in den Sommermonaten, viele künstlerische Darbietungen geboten, angefangen von Vorträgen bis hin zu Konzerten und Theaterstücken. Eintrittspreise gibt es hier keine. Die Instandhaltung der Bühne wird durch Steuern finanziert. Die hier auftretenden Künstler sind auf die Spenden des Publikums angewiesen.

Bei den zahlreichen Händlern in Venzia kann man Waren aus tatsächlich allen bekannten Regionen der Welt erwerben, auch wen die Preise hier besonders hoch sind.
Insbesondere die Waffen und Rüstungen der „Schmuckschmiede Tannwälder“ sind von unbeschreiblicher Qualität, Verarbeitung und Preis. Wer aber eine Tannwälder Waffe oder Rüstung besitzt, kann etwas wirklich sehr, sehr wertvolles sein eigen nennen.

Venzianer sehen ihre Stadt als die manifestierte Perfektion. Verbrechen gibt es theoretisch nicht in Venzia und die Existenz einer Diebesgilde wird als „Absolumon idiskitublê“ (Also als absolut unglaubwürdig/indiskutabel) abgewiesen. Wer allerdings einmal die Taverne „Finstermünze“ (von welcher die wahren Venzianer so tun, als würde sie gar nicht existieren) besucht hat, ist sich da nicht mehr ganz so sicher…

Ansonsten runden natürlich auch hier zahlreiche Gelegenheiten zu speisen, trinken und nächtigen das Gesamtbild der Stadt ab – Es ist nur eben alles meist etwas teurer als im gesamten, restlichen Mittelreich.