Die Zwerge

Wann immer eine Familie große Schuld auf sich geladen hat, wird ihr als Zeichen der Schande ein Zwerg geboren. Das tückische daran ist, das man nicht auf der Stelle erkennt, das es sich bei einem Neugeborenen um einen Zwergen handelt.

Erst in jungen Jahren wird man feststellen, dass das Kind nur sehr langsam wächst, bis es dann schlußendlich ganz damit aufhört. Meist ist es dann zu spät, sich des Schandflecks zu entledigen. So sind zwergische Nachkommen nicht gerade das, was man gerne vorzeigt. Viele von Ihnen leben unter menschenunwürdigen Bedingungen bei ihren Familien, sofern sie nicht verstoßen werden. Wenn sie nicht in der Gosse enden wollen, schließen sie sich wandernden Gauklern an und reisen fortan zur Erheiterung der „normalen“ Menschen durch die Lande.

Selten wird ein Zwerg größer als ein und einhalben Schritt. Dafür sind sie in der Regel recht robust. Zwerge werden in allen mittelländischen und nordländischen Regionen geboren. Im Südreich oder auf der Waldinsel Zomasana hingegen sind zwergengeburten offenbar komplett unbekannt.

Tatsächlich vermag niemand zu sagen, warum manche Kinder geboren werden, die von zwergenhaftem Wuchs sind. Lediglich der Eingangs erwähnte Aberglaubt dient als Erklärung. Ebenso ungelöst ist das Geheimnis ihrer Langlebigkeit. Zwerge können zwischen 120 bis 150 Jahre alt werden. Natürlich hat der Aberglaube auch hierfür eine Lösung: Ihr langes Dasein soll auch noch die folgende Generation an die Schande der Familie erinnert werden.