Das Zeitalter vor Servin

Interessanterweise beginnt die eigentliche Zeitrechnung im Südreich wesentlich später als im Mittelreich. Erst im Jahre 620 der zweiten mittelländischen Zeit trat der südländische Kalender in Kraft.

Es wird gesagt, der „Einzig Wahre“ habe gesehen, das seine Kinder gelernt hätten, was Demut gegenüber dem einzig wahren Gott und seinen Dienern bedeutete. Somit seien sie reif genug, sich zu entwickeln. Angeblich wäre er dem Haus Calizah erschienen und hätte ihnen aufgetragen, den Fortschritt über das Volk zu bringen.

Ab diesem Zeitpunkt wurde das Reich Paschanna dann von dem sogenannten „Hohen Haus des Südens“ regiert. Von dieser Zeitrechnung sprechen die Paschanner heute als die „Zeit der hohen Häuser“.

Im Jahre 1.495 (876 nach südländischer Zeit) fand die erste Expedition zum Runenberg statt. Diese wurde aber aufgrund mangelhafter Ausrüstung und dem Tode zahlreicher Teilnehmer abgebrochen.

Im Jahre 1.616 (997 nach südländischer Zeit) entdeckte man das Inselreich Zomasana. Dies stellt auch gleichzeitig den Beginn der Sklaverei dar.

Von 1.873 bis 1.886 (1.254 bis 1.267 nach südländischer Zeit) tobte der erste Krieg gegen das Mittelreich. Austragungsort war das Südreich. Der Krieg endete mit dem Rückzug der Angreifer.

Im Jahre 2.102 (1.483 nach südländischer Zeit) fand die zweite Expedition zum Runenberg statt. Von ihr fehlt bis heute jede Spur.

Im Jahre 2.192 (1.573 n.s.Z.) brannte die gelobte Stadt Mahwid. Die berühmte Bibliothek von Mahwid wurde opfer der Flammen. Alle Schriften wurden vernichtet.

Im Jahre 2.244 (1.625 n.s.Z.) entdeckte Isu Aban einen weiteres kleines Landmassiv, welches ihm zu Ehren „Abanien“ genannt wurde.

Am 18.01. 2.479 (1.860 n.s.Z.) soll es in der Stadt Haba’yeth Blut geregnet haben.

Von 2.491 bis 2.496 (1.872 bis 1.877 n.s.Z.) fand der zweite Krieg gegen das Mittelreich statt. Angreifer war diesmal das Südreich, welches aber geschlagen wurde.

Im Jahre 2.715 (2.096 n.s.Z.) wurde begonnen, die Stadt Shintoz auf den Ruinen von Mahwid zu errichten.

Am letzten Tage des Jahres 2.889 (2.270 n.s.Z.) erschien der einzig Wahre, vernichtete das amtierende hohe Haus der Scherischats und erklärte, das fortan nur ein einzelner Mann dazu dienen möge, in seinem Willen zu handeln. Der junge Mustafa Abdallah Perischan wurde somit der erste Paschan des Südreiches. Dies war gleichzeitig der Beginn einer neuen Zeitrechnung im Südreich, die man heute als die „Zeit des Paschans“ bezeichnet.

Am 07.10 3.016 (127 nach neuer südländischer Zeit) bezwang Paschan Abdulah Perischan den Titanen der Wüste. An jener Stelle begann man dann, die Palaststadt Abrasim zu errichten. Diese wurde erst im Jahre 3.155 (266 nach neuer südländischer Zeit) fertig gestellt.

Als im Jahre 3.172 (283 nach neuer südländischer Zeit) Paschan Hasan Perischan ohne Nachkommen verstarb, begannen drei Jahre der Erbfolgekriege, die weit über das Haus Perischan hinausgingen. In dieser Zeit gab es des öfteren wöchentlich einen neuen Paschan. Die Situation besserte sich erst, als die „Sprecher des einzig Wahren“ im Jahre 3.174 (285 n.n.s.Z.) Dogan Yulip zum Paschan ernannten.

Im Jahre 3.349 (460 n.n.s.Z.) wurde das Reich Abanien gegründet. Der Paschan setzte einen Sprecher (vergleichbar mit einem Stadthalter) zur Führung des Reiches ein. In der Geschichte Abaniens werden diese aber rückwirkend als Paschan bezeichnet.

Im Jahre 3.356 (476 n.n.s.Z.) wurde der Handelspunkt Gadbad auf einer grossen Insel zwischen dem Mittelreich und dem Südreich errichtet. Ziel war es, die Handelsbeziehungen mit dem Mittelreich zu vertiefen. Der amtierende Priesterkaiser jedoch zeigte keinerlei Interesse an einer Vertiefung der Beziehung zum Südreich.

Im Jahre 3.390 (501 n.n.s.Z.) führte Wüstensohn Haschid al Kafan die berühmte „Karawane der 1.000 Kamele“ von Gor-Amar nach Al’Salasar.

Im Jahre 3.425 (536 n.n.s.Z.) kam unterzeichnete das Südreich mit dem Mittelreich das „Gadbader Handelsabkommen“, da der neue Kaiser Arik Dallarin sehr an einer Annäherung mit dem Südreich interessiert war.

Die jungen Bande drohten jedoch im Jahre 3.427 (538 n.n.s.Z.) durch den großen Brand von Toshinto zu Zerfallen. Da durch den wunderschönen Palmenstrand die Stadt auch ein beliebtes Ziel mittelländischer Reisender und Händler geworden war, kamen auch sehr viele Bürger des Kaiserreichs ums Leben. Es drohte ein erneuter Krieg zwischen den beiden Reichen, der nur durch die diplomatischen Fähigkeiten des Paschanen Yilmez Azikan und Kaiser Arik Dallarins verhindert werden konnte.

Den Unmut des Paschanen Nihat Haimond (und später gar der ganzen Bevölkerung des Südreichs) zog sich im Jahre 3.539 (650 n.n.s.Z.) der abanische Sprecher Yasil Aydin zu. Dessen Frau hatte ihm keinen Sohn, nur eine Tochter geboren. Als er im sterben lag, umging er die Gesetze des Paschanen, die besagten, ein Neffe oder anderweitig Verwandter von ihm möge den Posten des Sprechers erhalten. Stattdessen gab er das Führungsrecht an seine Tochter Sehenaz ab, die als erste Paschanie der Geschichte Abaniens gilt. Noch im selben Jahr ließ sie sowohl die Sklaverei als auch die Vielehen verbieten. War der Unmut über eine Sprecherin auch in der abanischen Bevölkerung sehr groß, legte sich dies jedoch schnell, als Sehenaz von der Unabhängikeit Abaniens zu reden begann.

Ein Jahr später, im Jahre 3.540 (651 n.n.s.Z.) fanden im ganzen Reich Paschanna Frauenmärsche statt, die dem abanischen Vorbild folgen wollten. Die Märsche wurden blutig niedergeschlagen und es folgten brutale Hinrichtungen.

Im Jahre 3.548
(659 n.n.s.Z.) sagte Sehenaz Aydin das Reich Abanien endgültig von Reich Paschanna los und lies sich selbst zur Paschani krönen. Das abanische Volk stand dabei geschlossen hinter ihr. Seit jener Zeit ist es tradition, das immer eine Tochter den Thron er Paschani besteigen wird.

Da das Südreich diese „unaussprechliche Demütigung und Beleidigungen“ nicht tolerienen wollte, schickten sie zahlreiche Attentäter, um die Paschani auszuschalten. Alle Anschläge scheiterten jedoch, um so erklärte Paschan Abdallah Haimond im Jahre 3.572 (683 n.n.s.Z.) dem abanischen Reich den Krieg. Somit erkannte man allerdings auch endgültig Abanien als separates Reich an, da man den Gesetzen nach nur einem feindlichen Reich den Krieg erklären konnte. Alles, was innerhalb des Reiches geschieht, wäre als Aufstand angesehen worden. Durch die Kriegserklärung wurde somit Abanies unabhängigkeit anerkannt.

Unterstützung erfuhr das abanische Reich durch zahlreiche mittelländische Söldner. Da man schon vor langer Zeit auf der Insel Kensipur unglaublich viele Bodenschätze und Edelsteine gefunden hatte, standen der Paschani Mathab Aydin viele Mittel zur Verfügung, um sich Unterstützung zu verkaufen.

Unter dem Krieg litt das Volk der Südländer und es kam im Jahre 3.576 (687 n.n.s.Z.) zu zahlreichen Volksaufständen, die in gewaltigen Massenhinrichtungen endeten.

Bis hin zum neuen Zeitalter der Mittelreicher, welches am 01.01. 3.587 (1 Servin nach neuer mittelländischer Zeit bzw. 698 nach neuer südländischer Zeit) ausgerufen wurde, war der Krieg gegen Abanien noch immer im Gange.

 

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Die Geschichte der Südlichen Regionen: