Das Zeitalter vor Servin

Dies sind die bekannten Ereignisse der zweiten Zeit, die vom einfachen Manne als „Die Zeit vor Servin“ bezeichnet wird. Dieses Zeitalter wird von den Gelehrten Zargaduns in mehrere Epochen unterteilt.

 

Die Epoche der wilden Kaiser (Jahr 01 – 93)

Die eigentliche Zeitrechnung begann mit jenem denkwürdigen ersten Sonnentag nach dem langen Winter, an dem der Barbar Tarn Lokat in der kleinen Siedlung Dera die Stämme einte und das neue Zeitalter ausrief.

Tarn Lokat gilt als erster Kaiser des Mittelreiches.

In den folgenden Jahren schlossen die wilden Stämme untereinander Frieden.

Im Jahre 12 schlossen die Menschen auch endgültigen Frieden mit den Elfen. Diese überliessen ihnen gar den grössten Teil ihres ehemaligen Reiches, der heute als das Mittelreich oder auch das Mittelland bekannt ist.

Da es noch keine Unterteilung in Monate gab, begann ein Jahr immer mit dem ersten warmen, sonnigen Tag nach dem langen Winter. Durch verschiedene Temperaturen in den einzelnen Regionen des Mittelreichs ergab sich das Problem, das nicht jeder sofort wusste, das ein neues Jahr begonnen hatte. Ein neues Jahr begann also erst dann, wenn Lokat es sagte.

Am ersten Tag des fünften Jahres beauftragte er einen seiner Untertanen, zu zählen wieviele Tage zwischen diesem und dem nächsten Jahr vergehen. Der Untertan kam auf die Zahl 360 und somit wurde zu Beginn des sechsten Jahres festgelegt, dass ein Jahr aus 360 Tagen besteht. Diese Regelung wurde niemals geändert, auch wenn die einzelnen Tage und Monate erst sehr viel später entstanden.

 

Die Epoche der steinernen Kaiser (Jahr 93 – 188)

Mit wahrscheinlicher Unterstützung von Elfen und Zwergen lernten die Menschen, ihre Hütten nicht mehr nur aus Holz und Lehm, sondern auch aus Stein zu errichten. So wurden die ersten Häuser erbaut.

Im Jahre 97 teilte Kaiser Sarn Hamanok das, sich immer weiter ausbreitende, Reich in drei Teile: Kutaan, Sorin und Dahir, wobei Sorin und Dahir das heutige Reich Buka beinhalteten. Sorin wurde Kaiserstadt. Hamanok setzte Stellvertreter ein, die sich um die Belange der einzelnen Reiche zu kümmern hatten, aber ihm dennoch Erklärung und Gehorsam schuldig waren. Diese Menschen waren die ersten Könige.

 

Die Epoche der ehernen Kaiser (Jahr 188 – 564)

In dieser Epoche erlernten die Menschen die Kunst des Schmiedens.

Schamanen wurden in dieser Zeit zu Priestern und die Vielgötterei wich dem Glauben an ein einzelnes göttliches Wesen, dem Allmächtigen.

Durch die Priesterschaft wurde auch die Zeitrechnung erweitert. So wurden, begründet mit der neuen Schöpfungsgeschichte, sechs Tage zu einer Woche, wobei fünf Tage aus harter Arbeit bestanden. Am sechsten Tag jedoch hatte ein jeder (bis auf Leibeigene) das Recht, sich auszuruhen.

Durch die Tributerlasse wurden die Monate eingeführt. Nach jeweils 30 Tagen forderten die Könige ihren Tribut in Form von Früchten, Tieren oder Waren.

 

Die Epoche der Kaisers von der Gnade des Allmächtigen (Jahr 564 – 1.675)

Diese Epoche wird von vielen kritisiert und gibt Anlass zu den wildesten Sprkulationen. Fest steht, das im Jahre 564 Raol Celawa den kaiserlichen Thron bestieg und unter ihm sich das Reich unglaublich entwickelte. Ob seine Amtszeit jedoch wirklich 1.111 Jahre betragen hat wird von den meisten Historikern angezweifelt.

In dieser Zeit wurde um 570 aus Teilen von Sorin und Dahir das Reich Buka erhoben, welches im Jahre 585 zur Sitz des kaiserlichen Regenten wurde.

Im Jahre 1.483 gründete Kaiser Raol den Orden der Bewahrer. Diese waren eben sogute Kämpfer wie Magier und bildeten die persönliche Leibwache des Kaisers.

 

Die Epoche der edlen Kaiser (Jahr 1.675 – 1.826)

Nach der strittigen langen Amtszeit Kaiser Raols erreichte das inzwischen friedliebende Mittelreich immer neue Höhepunkte.

Im Jahre 1.764 gründete Kaiser Ebon Jeman III. die Inquisition, deren Aufgabe darin bestand, eventuellen Missbrauch von Magie oder magischen Artefakten zu untersuchen. Die Inquisition wurde der Kirche des Allmächtigen unterstellt.

Im Jahre 1.802 drohte der Konflikt mit der Stadt Venzia im Königreich Kutaan zu einem blutigen Bürgerkrieg auszuarten. Letztendlich war es Skarol Jeman, der den Konflikt verhinderte, indem er Venzia im Jahre 1.803 zur Freistadt erklärte, die nun Unabhänig vom restlichen Kaiserreich existierte.

 

Die Epoche der großen Kaiser (Jahr 1.826 – 2.247)

Unter den großen Kaiser begann eine Epoche der Eroberung.

Im Jahre 1.872 fielen die kaiserlichen Truppen in Toshinto ein und eröffneten somit den ersten Krieg mit dem Südreich. Dieser währte bis 1.886 und endete mit dem Rückzug der kaiserlichen Truppen aus dem Süden.

Nach dem Ende des Konfliktes erlebten dann die Krieger- und Magierakademien ihren absoluten Höhepunkt. Zahlreiche Akademien lockerten die Aufnahmebedingungen, da man insgeheim eine Rache des Südens vermutete.

Am 24.07. im Jahre 1.904 kam es in der Stadt Ilis zu einem unheimlichen Ereignis. Inmitten der Stadt soll der Geschichte nach ein über einhundert Schritt langer und gut zehn Schritt hoher Höhlenwurm aus dem Boden geschossen sein und durch die Westmauer aufs offene Feld gekrochen sein. Dort soll er sich angeblich wieder in den Boden gebohrt haben.

Hierbei handelt es sich um die einzige dokumentierte Sichtung eines legendären schwarzen Höhlenwurms. Noch heute zeugt der sogenannte „Wurmgraben“ angeblich von diesem Ereignis.

 

Die finstere Epoche der dunklen Kaiser (Jahr 2.247 – 2.409)

Am 12.09. im Jahre 2.247 der zweiten Zeit tötete der Magier Zatar Beschoff den amtierenden Kaiser Meran Vistan III, lies von seinen Schwergen den Bewahrerorden zerschlagen und krönte sich noch am selben Tage selbst zum Kaiser.

Die Amtszeit der Beschoff´s wird als die finsterste Epoche des gesamten Mittelreiches angesehen.

Während der Zeit Zatar Beschoff´s I. (Amtszeit 2.247 – 2.269) quälte sein Stellvertreter, ein grausamer Mann, der unter dem Namen Avabor bekannt wurde, das Volk. Er lies alle, die im Verdacht standen, dem alten Kaiser noch immer ergeben zu sein, auf unvorstellbare Weise hinrichten. Nach seinem Tod ging es dem Volk sogar ein wenig besser, da der Magierkaiser sich offenbar mehr seinen Studien widmete.

Alles änderte sich mit seinem Sohn, Zatar Beschoff II. (Amtszeit 2.269 – 2.334). Diesem wurde in einer Weissagung propheziehen, das am 30.07. 2.278 in Venzia ein Kind geboren würde, welches seinen Untergang bedeuten würde. Somit lies Beschoff in jener Nacht in Venzia alle Neugebornen und Säuglinge bestialisch töten und in die Kanäle werfen. Von jenem Tage an verfiel er selbst aber wohl dem Wahnsinn, welcher sich wohl auch auf seinen Sohn übertragen hatte.

Zatar Beschoff III. (Amtszeit: 2.334 bis 2.409) war vollkommen wahnsinnig und so unmenschlich grausam, das man in der Bevölkerung übereinkam, das wer auch immer das Land von diesem Tyrannen befreite, der neue Kaiser sein sollte.

Niemand hätte jedoch geahnt, dass dies ein Zwerg sein würde….

 

Die Epoche der Zwergen-Kaiser (Jahr 2.409 – 2.637)

Nachdem Koroschox Baladux den Magierkaiser getötet hatte, übernahm das Amt des mittelländischen Kaisers. Seine erste Amtshandlung war das Verbot sämtlicher magischen Praktiken, Relikte, Artefakte und der Akademien.

Die Bevölkerung reagierte mit unbändigem Hass aus alle Magier; jagten diese um sie auf grausame Art zu töten. Somit kam das Magieverbot sogar den noch wenigen verbliebenen Magier zugute, die sich auch tatsächlich zurückzogen.

Im Jahre 2.491 startete das Südreich einen Angriff auf das Mittelreich und landeten in Chintu. In einer gemeinsamen Allianz von Zwergen und Mittelländern wurden die Südländer aber 2.496 endgültig vertrieben und sie zogen sich in ihr Reich zurück. Der Zwergenkaiser verzichtete aber auf einen Gegenangriff.

Im Jahre 2.637 gab der Sohn Koroschox, Ussofix Baladux, aber entnervt den Kaiserthron an den menschlichen Rechtsgelehrten, Rukian Treban ab, da er sich mit der Regierung über Menschen völlig überfordert sah. Somit endete die Epoche der Zwergenkaiser und die Zeit der gerechten Kaiser brach an.

 

Die Epoche der gerechten Kaiser (Jahr 2.637 – 3.242)

In den folgenden sechs Jahrhunderten entfernten sich die Menschen immer weiter von der Magie und somit auch zwangsläufig von ihren Nachbarn, den Elfen. Schon kurz nach der Machtübernahme von Rukian Treban II schliefen alle Beziehungen ins Reich der Elfen ein. Im Laufe der Zeit wurden Elfen zu sagenhaften Wesen, deren Existens in Frage gestellt wurde. Das Magieverbot wurde noch strenger als es ohnehin schon war. Die Kirche des Allmächtigen setzte durch, das alle Formen der Magie als Gotteslästerung zu sehen sei. Somit wuchs die Macht der Kirche und der Inquisition.

Als am 27.06. im Jahre 3.242 Kronprinz Logan Doschon drei Tage vor kaiserlichen Krönung ermordet wurde, fiel die Macht vier Tage später vorübergehend in die Hände des Hohepriesters Parcevan Mintok.

Zwar sollte dies nur eine kurzfristige Lösung sein, doch durch gezieltes Intrigenspiel blieb der Thron fast 200 Jahre in der Hand der Priesterschaft.

 

Die Epoche der Priester-Kaiser (Jahr 3.242 – 3.424)

In dieser Epoche erlebte die Inquisition ihren grausamen Höhepunkt. Im Auftrag der Kirche wurden zahlreiche Männer und Frauen als Schwarzmagier, Hexen und Anhänger des Verderbers angeprangert und zu Tode gefoltert.

Dies ging soweit, dass sich sogar einige einfache Priester gegen die Hohepriesterschaft auflehnten. Diese aber wurden in aller Regel von der Inquisition der Ketzerei beschuldigt und hingerichtet.

 

Die Epoche der Friedens-Kaiser (Jahr 3.424 – 3.586)

Niemand weiß, wie weit die Inquisition und Priesterschaft noch gegangen wären, hätte nicht ein junger Abenteurer namens Arik Dallarin gemeinsam mit seinen Freunden die unheilvollen Machenschaften der Hohepriesterschaft aufgedeckt.

Am 22.01. im Jahre 3.424 fand die Revolution von Buka statt, in welcher der Priesterkaiser Misaak Riks und seine Anhänger von dem wütenden Mob in wahrsten Sinne des Wortes zerfetzt wurden.

Neun Tage später, am 01.02. 3.424 wurde Arik Dallarin zum neuen Kaiser durch das Volk gewählt. Kaiser Arik enthob die verbleibende Hohepriesterschaft ihres Amtes und entmachtete die Kirche vollkommen. Seit dieser Zeit dürfen nur noch weltliche Personen ein Herrscheramt begleiten. Die Inquisition wurde aufgelöst und neu gegründet, um ihren ursprünglichen Auftrag nachzukommen – Die Ordnung zu wahren anstelle von Chaos zu verbreiten.

Unter kaiserlicher Aufsicht wurde eine neue Hohepriesterschaft aufgestellt, die aber streng von weltlichen Vertretern kontrolliert wurde.

Im Jahre 3.430 begann man damit, die Stadt Malkasonien zu erbauen. Diese sollte der Handelspunkt des Mittelreiches im Nordland sein. Das Projekt scheiterte jedoch kläglich.

Kurz vor seinem Tod im Jahre 3.443 gab Kaiser Arik den Bau der Gero-Jinmar-Kirche in Auftrag. Diese sollte die grösste Kirche im ganzen Mittelreich werden. Die Kirche sollte die weltlichen und religiösen Gruppen wieder unter einem Dach vereinen, da sie dem obersten heiligen der Kirche des Allmächtigen gewidmet wurde. Es war der grösste Schritt zur Versöhnung mit der gesamten Priesterschaft. Im Jahre 3.450 wurde sie unter Kaiser Arik II. fertiggestellt.

Die Krone blieb weiterhin in der Hand der Dallarins. Unter ihnen wurde die Zeit zu einer der friedlichsten Epochen der Menschheitsgeschichte.

Am 01.01. im Jahre 3.587 fand die Krönung Kaiser Servin III. statt. Sein Traum war ein Reich des Friedens, des Fortschritts und des Wohlstands für alle Bürger des Mittelreiches. Am Tag seiner Krönung rief er jenes neue Zeitalter aus, welches man heute als das Servin-Zeitalter bezeichnet.

Der 01.01. 3.587 wurde somit zum 01.01. im Jahre 1 des Servin-Zeitalters.

 

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Die Geschichte des Mittelreichs: